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 Betreff des Beitrags: BLASENSCHWÄCHE ~ der SPIEGEL der SEELE ! ? ! ?
BeitragVerfasst: Di 15. Nov 2022, 04:20 
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VORWORT:
Sam70 [ privat ] hat geschrieben:
21. November 2022

Da mir dies Thema besonders am Herzen liegt, bzw. mir immer noch unter die Haut geht, mich auch nach 5 Jahrzehnten immer noch beschäftigt, steht es vorübergehend unter den "globalen Nachrichten", da ich mir von euch viele Antworten dazu erhoffe :!:

:Hallo:
Unzählige Male habe ich mich in den letzten 50 Jahren gefragt:
Wieso war das früher anders als heute :Fragezeichen:
Was hat sich in der Gesellschaft so stark verändert, was meine Erfahrungen aus den 60ern und bis in die 80er Jahre so auf den Kopf stellt
:Fragezeichen:

Ach so... :Gruebel: JA, es geht natürlich um den Titel des Beitrags:

BLASENSCHWÄCHE ~ der SPIEGEL der SEELE :!: :Fragezeichen:

...und was hat das zu tun mit dem Forenthema:

Harte Bestrafungen & ungerechte Erziehung (1945~1990) in OST + WEST :Fragezeichen:
Darauf bin ich gestern gekommen :naklar: ...als ich im Internetz auf der Suche war nach der Bestätigung, daß die WHO [WetGesundheitsOrganisation] BETTNÄSSEN als KRANKHEIT anerkannt hat !
:Wohin: https://sam47.de/forum/viewtopic.php?f=131&t=5759

Dabei stieß ich u. a. auf Aussagen + Beiträge, wie diese:

Psychosomatisch bedingte Blasenbeschwerden
Angst und Ärger schlagen auf die Blase... :!:

"Man macht sich vor Angst in die Hose", heißt es im Volksmund, bzw. wer sich ärgert, fühlt sich "angepisst" !
Tatsächlich verstärken psychische Faktoren bei manchen Menschen eine Blasenschwäche, oder lösen sie sogar aus.
Nicht nur körperliche, sondern auch psychische Faktoren können Inkontinenz auslösen :!:
:ohhh: :Zustimm:
Ob blasenkrank oder nicht:
Vor einem Vorstellungsgespräch, einem Referat, oder einer Prüfung meldet sich die Blase bei den meisten Frauen und Männern fast stündlich !
Das ist leicht zu erklären:
Die Blase wird stark durch das vegetative Nervensystem innerviert, so steigen bei Aufregung nicht nur Puls und Schweißproduktion – auch die Toilettengänge werden häufiger.

Windel als Schutz vor sexueller Gewalt :!:

Zu den psychischen Ursachen von Blasenschwäche gehören nicht nur Stress und Nervosität.
"Inkontinenz kann auch ein Zeichen für sexuellen Missbrauch sein", sagt Urologe Berberich, dessen Spezialgebiet Psychosomatik und Sexualmedizin ist.
So nässen zum Beispiel manche Mädchen ein, um durch den Uringeruch nicht mehr attraktiv auf den Täter zu wirken.

Inkontinenz und Blasenschwäche - ein Schrei nach Liebe :Fragezeichen:

Nicht immer treten psychische Ursachen für Harninkontinenz so deutlich zu Tage wie bei Kindern, die trocken waren, aber wieder zu Bettnässern werden.
Während das primäre Einnässen bei Kindern meist nicht durch psychische Faktoren ausgelöst wird, ist die sekundäre Enuresis oft Veränderungen in der Lebenssituation geschuldet, beispielsweise:
:tröpfeln: ...die Trennung der Eltern
:tröpfeln: ...ein neues Geschwisterkind
:tröpfeln: ...ein Umzug, etc.

Bei Inkontinenz den ganzheitlichen Ansatz suchen :!:

Viele Beispiele illustrieren, wie die Psyche auf die Blase drückt:
Dennoch werden psychosomatische Aspekte bei der Diagnostik von Blasenschwäche zu wenig und zu spät einbezogen, meint Fachmann Neubauer.
Er plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz:
Bei Harninkontinenz sollte ein Urologe immer auch schauen:
Was sagt die Seele und der Körper damit :Fragezeichen:


Quelle > https://www.special-harninkontinenz.de/blase/
Autor*in: Silke Stadler, Medizinredakteurin | Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 27. Juni 2016


Als ich das alles gelesen und verarbeitet hatte wurde mir plötzlich so einiges bewußt, was in meiner Kindheit + Jugend niemals Thema war, welches auch unsere STRENGE ERZIEHUNG nie zugelassen hätte, denn auch wir waren nichts anderes als MISSBRAUCHSOPFER, nur auf andere Art !
Hier schließt sich für mich der Kreis... :idee: :!:

Bei den Erziehungsmethoden die wir teilweise "durchleiden" mußten stand eines immer von vorneherein fest:

Die TÄTER waren grundsätzlich wir, nur wir konnten ständig die SCHULDIGEN sein, unsere "Erzieher" waren immer nur die ausführenden Organe, die uns täglich erklärten wie leid es ihnen täte uns STRAFEN zu müssen, aber das läge nur an uns selbst, sei auch nur zu unserem BESTEN :!:

Erst jetzt verstehe ich so richtig die Zusammenhänge, nachdem nun auch wissenschaftlich erwiesen ist, daß zu (m)einer angeborenen (geerbten) Blasenschwäche auch psychische Ursachen gehören (können), außerdem auch Stress, Nervosität und ANGST !
Das was ich auch schon früher immer für mich reklamiert hatte, wenn ich mir vor Angst in die Hosen gemacht habe, nur weil der Lehrer mich an die Tafel gerufen hatte, oder mein Vater mich vermöbelt hat, das ging nie ohne nasse Hosen aus, wofür ich dann nochmals als zusätzliche Strafe doppelt gezüchtigt wurde !

Das Kinder + Jugendliche eine PSYCHE (!) haben wurde uns früher abgesprochen, dazu wurde uns gleich angedroht wir würden in ein Heim für schwererziehbare Kinder gesteckt, dort würde man uns dann die PSYCHE schon austreiben, denn die sei ja nicht NORMAL, außer die PSYCHE ist KRANK :!:
Bild
...wer ANGST hat vor einem Lehrer der muß ja gleichzeitig mit schwerer SCHULD beladen sein !

Mittlerweile habe ich begriffen, es war nicht nur die "schwache Blase", ich vermute viele von uns wurden zu Bettnässern:innen erzogen (!) durch die "eingebläute" SCHWERE der SCHULD !

Wahrscheinlich auch eine natürliche Reaktion des Körpers sich zu schützen, oder auf sich aufmerksam zu machen, siehe den Absatz:

Windel als Schutz vor sexueller Gewalt, oder auch:

Was sagt die Seele und der Körper damit... :Fragezeichen:

:sorry: ...das klingt für einige evtl. etwas (w)irre, aber die uns eingebläute Schuld sitzt bei vielen von uns verdammt tief, das nun bei mir schon über 50 Jahre, bis ich fast 20 war habe ich das gar nicht hinterfragt !

" Klar war ich das alles selbst schuld...wie immer... ! " :ohhh:

An dieser Stelle muß ich eine längere Denkpause :muede_100: einlegen, denn das Thema wühlt mich ziemlich auf ~ auch jetzt noch ~ nach soooo langer Zeit...
sagt der "olle"
:Bettnaesser: Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: BLASENSCHWÄCHE ~ der SPIEGEL der SEELE ! ? ! ?
BeitragVerfasst: Di 15. Nov 2022, 13:23 
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Moin Sam, :Hallo: ,

wenn ich so drüber nachdenke, das mit dem "selbst Schuld" oder dem "Schrei nach Liebe und Zuwendung" und "Missbrauch verhindern" scheint mir sehr plausibel - in dem Kontext - zum einen betrifft es nicht nur die Blase, zum anderen wird im Zusammenhang mit sehr intensiven Therapien (z.B. PTBS - Post Traumatische Belastungsstörung) beobachtet, dass die Patienten zumindest zeitweise inkontinent werden. Auch viele Psychopharmaka haben mehr oder weniger starke Nebenwirkungen in dem Bereich.

Was bedeutet die "Erkenntnis" auf mich selbst bezogen ?

Als Kind hat mich die Geburt meines Bruders stark belastet - einige Wochen vor der Niederkunft machten meine Eltern ohne Kinder mehrere Wochen Urlaub. Meine ältere Schwester war bei der einen Oma, die andere Oma war "durch meinen Vetter blockiert" mit der Folge, dass ich in einem Kinderheim bei Ordensschwestern "untergebracht" wurde. Es war ein traumatisches Erlebnis für mich - so sehr dass ich wohl recht unausstehlich war und irgendwann zu meiner Mutter sagte - wenn Mama ihr Kind wieder weg, dann ich wieder lieb - das von einem Kind mit ca 3 Jahren. Das zog sich so weiter, da mein Bruder nie ganz gesund war und immer viel Zuwendung bekam - er war "der Arme, dem es nicht gut ging" - entsprechend fühlte ich mich nicht wirklich wahr genommen.

Folge - kurz vor/in der Pubertät entdeckte ich, dass ich meine Mutter "super mit eingenässten Hosen" ärgern konnte. Das baute ich aus, mehrere Unterhosen übereinander, Watte als Saugeinlage, immer nur so viel, das es gerade nicht zu sehen war.

Andererseits - schon vor der Schule waren wir oft in einem Zimmer auf einem Bauernhof in der Eifel. Die Leute waren auf die zusätzlichen Einnahmen angewiesen um "über die Runden zu kommen". Einige der 5 Höfe hatten noch nicht einmal ein WC, man ging in den Stall. In einem solchen Hof war mein Vetter. In dem Weiler waren viele Kinder und wir spielten alle zusammen - überwiegend an einem Bach oder im Wald, in dem noch viele Reste des 2.WW lagen - von Körpern (oder dem was davon übrig war) über Munition bis hin zu Fahrzeugen.

Wenn die Mädels der Gruppe mal mussten, dann hockten sie sich bestenfalls hin und ließen es durchs Höschen laufen, oder füllten dieses. Wir Jungen trugen meist kurze Lederhosen die eh "vor Dreck standen" und ließen uns normal im Spiel nicht von irgendwelchem Druck stören. Im Sommer ging es dann zum Abschluss in den Bach, da wurde dann "alles" ausgewaschen - so gut es ging. Wir kamen eh anschließend in den Waschzuber, damit wir wieder "gesellschaftsfähig" wurden. Es war also normal, dass wir nicht ganz sauber waren - und niemand störte sich daran!

Ob das jetzt großen Einfluss auf meine "Entdeckung" vor der Pubertät hatte, kann ich nicht sagen - zumindest fand ich es herrlich, geborgen im Bett zu liegen und zunächst sehr dosiert, später mit selbst gebautem "Schutz" auch komplett, in die Hose zu machen und dann so zu schlafen - eben so geborgen, wie ich es als Baby und Kleinkind nur kurz erleben durfte.

Ich kann mir aber auch denken, dass gerade das "Problem", gefühlt "an allem Schuld zu sein" sehr stark mit der Zeit und der Tatsache, dass unsere Eltern nahezu alle in irgend einer Form den Krieg erlebt haben, zusammen hängt. Was Krieg ist und macht, können wir ja aktuell beobachten. Ich mag mir nicht vorstellen, was es mit mir macht, selbst da beteiligt zu sein!! Für mich sicher ist, dass es die Psyche massiv verändert.

In einer solchen Situation in die Hose zu machen ist (fast) normal. Allerdings - als Soldat ist das eher lästig, der Körper lernt also, auch dieses "Ventil" des Stressabbaus nicht zu nutzen - Folge - ??? Zumindest war es für alle, die den Krieg erlebt haben, um so schwieriger zu akzeptieren, dass die Kinderpsyche da "anders" reagiert. Ich denke die veränderte Wahrnehmung überträgt sich auch auf die Kinder - die müssen das dann bearbeiten - und möglicherweise schlägt die Natur da zurück, mit der Folge, dass die Kinder dann damit deutlich mehr Probleme haben.

Für mich ist ganz klar, dass meine eigenen Inko Probleme bis zum Unfall viel mit dieser psychischen Komponente zu tun haben - ich habe es aber auch immer lustvoll erlebt, selbst wenn es in der konkreten Situation eigentlich völlig fehl am Platz war, dem Druck nachzugeben und sich voll zu machen. Da ich schon immer gut schneidern kann, konnte ich allerdings immer verhindern, dass es nach außen erkennbar war.

Ich habe also meinen Weg gefunden, die Seele zu "pampern" und so, auch in Verbindung mit Therapie und neuer Partnerschaft konnte ich etliches "aus dem Rucksack" bearbeiten und kann so ganz gut leben.

LG Compu


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 Betreff des Beitrags: Re: BLASENSCHWÄCHE ~ der SPIEGEL der SEELE ! ? ! ?
BeitragVerfasst: Mo 21. Nov 2022, 18:57 
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:Hallo:
:moin: Compu nebst "Gefährtin"... :hut:

Danke für deine ausführliche Antwort + Erklärung, auch wenn unsere Erkenntnis erst spät einsetzt, ich bin jeden Tag froh immer noch mehr dazu zu erfahren, somit auch über mich !

Bzw. auch über "uns", denn wir sind ja nicht allein in einer verkorksten Zeit groß geworden, unter ganz anderen Moralvorstellungen, wie auch noch älteren Erziehungsformen die widerum durch unsere Eltern- u. Großeltern auf uns übertragen wurden...
Heute resultiert mein Wissen nun darauf, daß es wohl in "unserer Zeit"
(1945 bis Ende der 70er) viel mehr Kinder + Jugendliche mit einer s.g. "schwachen Blase" gab, egal ob Bett- oder Tagnässer:innen.
Nur habe ich erst heute richtig verstanden, daß diese Blasenschwäche nicht immer nur "vererbt", damit angeboren war, sondern einfach auch der Auslöser war durch eine totale Überforderung, die wir durch unsere (falsche) Erziehung genossen haben, also u.a. auch eine Abwehr- u. Schutzreaktion, wie auch Trotz + Wut, ebenso als Gegenwehr und BESTRAFUNG unserer Erzieher :!:
Wie du ja selbst auch schreibst:
dercompu hat geschrieben:
...wenn ich so drüber nachdenke, das mit dem "selbst Schuld" oder dem "Schrei nach Liebe und Zuwendung" und "Missbrauch verhindern" scheint mir sehr plausibel - in dem Kontext - zum einen betrifft es nicht nur die Blase, zum anderen wird im Zusammenhang mit sehr intensiven Therapien (z.B. PTBS - Post Traumatische Belastungsstörung) beobachtet, dass die Patienten zumindest zeitweise inkontinent werden...
Das ist für mich die neue Erkenntnis, daß wir evtl. gar nicht alle mit einer angeborenen Blasenschwäche auf die Welt gekommen sind, sondern uns die Art von Inkontinenz mehr oder weniger durch falsche Erziehung auch "anerzogen" wurde !
Ich denke da gerade an meinen jüngeren Cousin, den ich hier noch nie erwähnt habe, weil er seit Geburt etwas "anders" war, da meine Tante während der Schwangerschaft die Röteln hatte, ihr Sohn daher leider etwas geistig "zurückgeblieben" ist, wie es früher immer hieß.
Aber jetzt sehe ich selbst seinen Fall mit anderen Augen...
Er war nie schwer behindert, immer nur etwas "langsamer" als seine Altersgenossen, sagen wir mal so 4-5 Jahre hinterher...
Er war nie agressiv, hat leider auch nie eine richtige Schule besucht, aber dann doch mit 14 seine Gärtnerausbildung gemacht und sein Leben lang in einer Art betreutem Wohnen gelebt, bis heute.
Aber nun zu seiner Erziehung durch seine Mutter (!), der Vater war als Berufssoldat fast nie da, hatte + wollte auch nie eine Beziehung zu seiner Familie, ein geistig zurückgebliebener Sohn paßte nicht zu seine Auffassung von "Soldatenkindern", ebenso wenig 2 bettnässende Töchter mit Blasenschwäche !
Jede Form von SCHWÄCHE war für ihn als rigorosen Kommisskopf unerträglich !

:no:
So wurde mein Cousin "Klausi" auch von meiner Tante 24/7 in Windeln + Gumihosen "gehalten", mit dem Argument:
"Klausi wird nie trocken werden, das kann er gar nicht, weil er ja zurückgeblieben ist..."
:Windelhose:
Bei den Töchtern war das anders, da hieß es immer:
"Das Bettnässen wird schon mal irgendwann von alleine aufhören, ebenso wie die nassen Schlüpfer am Tag, spätestens wenn sie den ersten Freund haben werden !"

( eine Logik der 60er ) :ohhh:
Nichts davon hat so funktioniert, beide Töchter (heute 68+73 J.) sind immer noch Bettnässerinnen, ebenso nach wie vor auch tagsüber mit einer schwachen Blase unterwegs ~ Cousin Klausi (66 J.) trägt zeitlebens Windeln, da er auch nie darauf konditioniert wurde "sauber" zu werden, er selbst aber diese Entscheidung nie für sich auch nie treffen konnte, der Heimleitung war es wohl auch wurscht...
Was wäre also aus uns geworden OHNE diese schräge Erziehung in der Nachkriegszeit, wie auch unsere (natürliche ?) Reaktion mit Bett- u. Hosennässen als STRAFE für unsere Eltern :Fragezeichen:
dercompu hat geschrieben:
Was bedeutet die "Erkenntnis" auf mich selbst bezogen ?

Als Kind hat mich die Geburt meines Bruders stark belastet - einige Wochen vor der Niederkunft machten meine Eltern ohne Kinder mehrere Wochen Urlaub.
Meine ältere Schwester war bei der einen Oma, die andere Oma war "durch meinen Vetter blockiert" mit der Folge, dass ich in einem Kinderheim bei Ordensschwestern "untergebracht" wurde.
Es war ein traumatisches Erlebnis für mich - so sehr dass ich wohl recht unausstehlich war und irgendwann zu meiner Mutter sagte:
"Wenn Mama ihr Kind wieder weg, dann ich wieder lieb !" ...das von einem Kind mit ca 3 Jahren !
Verstehe ich nur zu gut, habe ähnliches erlebt, es war früher viel öfter der Fall als heute bei Großeltern, Verwanten, oder Freunden der Eltern "geparkt" zu werden, oft fühlte man sich unerwünscht + abgeschoben !
Ich weiß auch heute noch genau, daß ich mich auch absichtlich eingepinkelt habe um Aufmerksamkeit zu bekommen, oder z.B. meine Tante ärgern wollte, bzw. meine Oma dazu veranlasste mich in Windeln zu packen, was meine Mutter mir zuhause verwehrte seit ich 6-7 Jahre alt war !
dercompu hat geschrieben:
...kurz vor/in der Pubertät entdeckte ich, dass ich meine Mutter "super mit eingenässten Hosen" ärgern konnte. Das baute ich aus, mehrere Unterhosen übereinander, Watte als Saugeinlage, immer nur so viel, das es gerade nicht zu sehen war.
Das war bei mir ganz ähnlich, nur daß ich immer die freie Wahl hatte wie viele Schlüpfer ich tragen sollte / wollte / musste, oder auch Stoffwindeln als Einlage, denn die obligatorische Gummihose MUSSTE ich immer drüber tragen, allein schon zum Schutz der MÖBEL, oder des Autositzes, etc... !
dercompu hat geschrieben:
...wenn die Mädels unserer Gruppe mal mussten, dann hockten sie sich bestenfalls hin und ließen es durchs Höschen laufen, oder füllten dieses.
Wir Jungen trugen meist kurze Lederhosen die eh "vor Dreck standen" und ließen uns normal im Spiel nicht von irgendwelchem Druck stören. Im Sommer ging es dann zum Abschluss in den Bach, da wurde dann "alles" ausgewaschen - so gut es ging.
Wir kamen eh anschließend in den Waschzuber, damit wir wieder "gesellschaftsfähig" wurden.
Es war also normal, dass wir nicht ganz sauber waren - und niemand störte sich daran !
Auch das kenne ich noch ähnlich, wenn auch nicht gar so drastisch, volle Hosen waren bei uns nicht an der Tagesordnung, das waren eher reale Unfälle !
Aber das auch meine kleinen Freundinnen eifrig in + durch ihre Schlüpfer pinkelten war relativ "normal", da sie damals auch alle Röcke + Kleider trugen, somit also auch keine sichtbaren "nassen Hosen" hatten !
Zudem taten auch die obligatorischen Gummihosen ihren Dienst, die nicht wenige von uns noch trugen bis man zur Schule kam.
Ich bin auch in kurzen Lederhosen groß geworden, oder den 3/4 langen Kniebund-Lederhosen, die waren schon robust, nässte4n auch nicht gleich durch !
Da ich immer Gummihosen drunter trug blieb meine Lederhose auch immer trocken, selbst wenn die Gummihose an den Beinabschlüssen auslief...
dercompu hat geschrieben:
...ob das jetzt großen Einfluss auf meine "Entdeckung" vor der Pubertät hatte, kann ich nicht sagen - zumindest fand ich es herrlich, geborgen im Bett zu liegen und zunächst sehr dosiert, später mit selbst gebautem "Schutz" auch komplett, in die Hose zu machen und dann so zu schlafen - eben so geborgen, wie ich es als Baby und Kleinkind nur kurz erleben durfte.
Stimmt, dies selbst erzeugte "Gefühl der Geborgenheit" hatte ich noch oft in meiner Internatszeit, ich war auch nicht der einzige Bettnässer der aus HEIMWEH in´s Bett machte, da hatte ich einige Mitstreiter !
Ich frage mich heute, wer außer mit hat damals wohl noch absichtlich in´s Bett gemacht, nur um so seine Gefühle auszudrücken :Fragezeichen:
Ich weiß bis heute, einfach morgens im nassen Bett zu erwachen war vielleicht nur zu 50% der Fall, die anderen 50% waren mit voller Absicht, nur um dies warme und geborgene Gefühl zu haben... :traenen:

(So hab ich das in Erinnerung)
dercompu hat geschrieben:
Ich kann mir aber auch denken, dass gerade das "Problem", gefühlt "an allem Schuld zu sein" sehr stark mit der Zeit und der Tatsache, dass unsere Eltern nahezu alle in irgend einer Form den Krieg erlebt haben, zusammen hängt.
Was Krieg ist und macht, können wir ja aktuell beobachten.
Ich mag mir nicht vorstellen, was es mit mir macht, selbst da beteiligt zu sein ! !
Für mich sicher ist, dass es die Psyche massiv verändert...
Jepp,
ohne es damals zu erkennen bin ich mir heute sehr sicher, wir (unsere Generation) haben unser Trauma auch aus dieser Zeit, bzw. den Langzeitwirkungen aus der Zeit, die ja nicht abrupt am 08. Mai 1945 geendet hat.
dercompu hat geschrieben:
In einer solchen Situation in die Hose zu machen ist (fast) normal.
Allerdings - als Soldat ist das eher lästig, der Körper lernt also, auch dieses "Ventil" des Stressabbaus nicht zu nutzen - Folge - ??? Zumindest war es für alle, die den Krieg erlebt haben, um so schwieriger zu akzeptieren, dass die Kinderpsyche da "anders" reagiert.
Ich denke die veränderte Wahrnehmung überträgt sich auch auf die Kinder - die müssen das dann bearbeiten - und möglicherweise schlägt die Natur da zurück, mit der Folge, dass die Kinder dann damit deutlich mehr Probleme haben.
Für mich ist ganz klar, dass meine eigenen Inko Probleme bis zum Unfall viel mit dieser psychischen Komponente zu tun haben...
Davon gehe ich ja heute auch aus, als Kind oder Jugendlicher habe ich das aber in keinster Weise so hinterfragt, da war das einfach so mit der "geerbten Blasenschwäche", ich war ja auch nicht der einzige der darin litt, ständig waren Gleichaltrige um mich herum mit ähnlichen Problemen, so war ich auch keine "Ausnahme" !
dercompu hat geschrieben:
Ich habe also meinen Weg gefunden, die Seele zu "pampern" und so, auch in Verbindung mit Therapie und neuer Partnerschaft konnte ich etliches "aus dem Rucksack" bearbeiten und kann so ganz gut leben...
Mein großes "Glück" war es immer, mich bis zum 18. Lebensjahr nicht als Außenseiter fühlen zu müssen, da meine Internatsfreunde mich immer zu 100% integriert haben, egal ob mit nassen oder trockenen Hosen, mit oder ohne Gummihose, das alles war zu unserer Zeit kein großes Thema !
Das 2. große Glück war, daß ich auch schon früh (mit 15) meine 1. Freundin hatte die selbst auch Bettnässerin war, wir hier auch keine Berührungsängste hatten, wir eher heilfroh waren uns gefunden zu haben !

Ebenso wie meine spätere Verlobte (1970), wo wir beide erst in (nach) der Verlobungsnacht feststellten, daß wir beide in´s Bett gemacht hatten !
So ging das mein Leben lang weiter, ich habe dazu schon viel zu Papier gebracht, für die V.I.P.~Mitglieder zu lesen, unter:

SAM`s V.I.P.~FORUM für ganz private Erzählungen aus über 50 Jahren !
:Wohin: https://sam47.de/forum/viewforum.php?f=95
Je älter ich werde um so besser verstehe ich die Umstände unter denen ich groß geworden bin, die mein ganzes Leben geprägt haben :!:
Hätte ich nicht seit 70 Jahren diese "Blasenschwäche" wäre mein leben komplett anders verlaufen, das steht zu 100% fest !
Ich hätte auch nie diese große Anzahl an Partnerinnen mit der gleichen "Schwäche" kennengelernt, einfach weil ich ihre "Signale" lesen konnte, dies "Radar" war bei mir immer eingeschaltet !
Es gab auch keinen "BettnässerClub" dem ich hätte beitreten können, um "Leidensgenossen:inen" zu finden mußte ich alle Sinne schärfen, denn andere Frauen haben mich auch nicht großartig gereizt, oder nur sehr kurzfristig !
So habe ich es aber immerhin von 1968 bis 2013 geschafft, unter 58 "Damen" meine 26 Mädel´s mit Blasenschwäche zu finden :!:

Dies nur für die ewigen Zweifler + Zögerer, die mir seit 23 Jahren in den Ohren liegen mit der Frage, oder gar der angeblichen Feststellung:
1.)

"Wie kann ich eine Frau finden die mich nimmt wie ich bin, oder besser noch selber auch Bettnässerin ist, oder Windelliebhaberin, etc..."
2.) ...die Behauptung:

"Solche Frauen gibt´s ja gar nicht, ist sowie völlig hoffnungslos, alle die das behaupten sind FAKES...!"

Alles Quatsch ~ natürlich gibt es sie, gab es sie schon immer ~ es wird sie auch in Zukunft geben, nur sicherlich in veränderter Form, d.h. auch hoffentlich offener + nicht so verklemmt wie noch zu meiner Zeit, aber auch das habe (zumindest) ich gemeistert, so wie auch Compu, wenn ich das alles richtig verstanden habe !
Das für heute ~ auch mit Grüßen von meiner WindelMaus ~ sagt der Bild

...was natürlich auch direkt zusammenhängt mit dem "SPIEGEL der SEELE" !


Dateianhänge:
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Zuletzt als neu markiert von Sam47 am Mo 21. Nov 2022, 18:57.
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