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 Betreff des Beitrags: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Do Nov 17, 2011 12:40 
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Hallo liebe Forumisten,

im Moment beschäftigen mich ein paar Fragen bzgl. Inkontinenz in der (deutschen) Bevölkerung.

Es heißt ja, dass incl. der Dunkelziffer irgendwo zwischen 5 und 8 Mio Menschen in Deutschland inkontinent sind. bei rund 85 Mio Einwohnern (stimmt die Zahl) wäre das etwa jeder 9. oder 10.

Sind bei diesen Zahlen bereits typische Inkontinente, als Babys abgezogen?

Gibt es bei den Zahlen Statistiken über die Verteilung der Inkontinenz in Bezug auf die Stärke der Inkontinenz? Ich denke, dass eine Vollinko (Urin) ja deutlich geringere Prozentwerte hat als mittlere und schwache Inkontinenz. Wird da die Tröpfelinko auch schon einbezogen? Wenn diese dabei ist, könnte ich mir vorstellen, dass sie sicher 90% oder mehr ausmacht. Oder liege ich da falsch?

Wie ist das bei den Inkontinenten hier im Forum. Bezeichnet sich irgendwer in seinem Profil als inkontinent und hat "nur" eine Tröpfelinkontinenz?

Ich würde mich über eine Diskussion zumThema sehr freuen.

Gruß, Xaver


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Do Nov 17, 2011 19:43 
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Hallo Xaver,

ich weiß zwar nicht, wie die Suchfunktion im einzelnen geht, aber das Thema hatte wir schon des öfteren.

Also schmeiß ich die "Gebetsmühle" mal wider an :pfeif:

Nach meinen Infos - basieren in Teilen von den "großen Herstellern" - liegst du mit deinen Zahlen dicht an den offiziellen von den Kassen und Co. bestätigten - 5-7Mio. Das bezieht sich selbstverständlich auf "Erwachsene", ebenso wie das , was jetzt folgt. Nach Verkaufszahlen der Hersteller liegen wir aber derzeit bei ca. 10-12 Mio. Betroffener, die zumindest zeitweise in ihrem Leben auf Hilfsmittel angewiesen sind - tendenz stark steigend, aufgrund der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft. Voraussichtlich in 2025 - also grade mal in 14 Jahren - geht "der große Hersteller" mit der Fernsehwerbung von ca. 25% der Bevölkerung aus, die darauf angewiesen sind!!!! Da zählen dann alle als Inko Produkte verkauften Artikel dazu - also von der leichten Vorlage, bis zum Nachtslip alles, allerdings nicht die erheblichen Stückzahlen an "Zweckentfremdeten Damenhygieneartikeln - also die Omi, die beim Aldi "dicke Binden" kauft, kommt noch mal oben drauf - und wie viele das sind kann man leicht selbst beim Einkaufen sehen - mir sind schon oft ältere Frauen jenseits der Wechseljahre (60+) aufgefallen, die 4-6 Pakete Binden der saugstarken Sorte kauften. Oder mach dir mal einen Spaß draus und beobachte mal die Popos von Männlein und Weiblein - jetzt im Winter durch die dicke Kleidung unpraktisch, aber im Sommer echt aufschlussreich - es sind viele, bei denen klar erkennbar ist, das da nicht nur Unterwäsche getragen wird.

Nicht umsonst hat z.B. Hartmann schon vor Jahren "sein Sortiment bereinigt" und die Marke Fixies verkauft - mit Erwachsenenprodukten ist weit mehr Geld zu verdienen, weil die Stückzahlen erheblich sind und stark zunehmen.

In diesem Sinne - wir sind gar nicht so selten :laecheln:

Compu


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Fr Nov 18, 2011 10:20 
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Hallo Compu,

danke für Deine Antwort.
Ja, wir hatten das Thema im Groben schon mal, jedenfalls was die absoluten Zahlen betrifft.

Die Verteilung der Inkos in leicht, mittel, schwer hätte mich schon noch interessiert.

Zitat:
mach dir mal einen Spaß draus und beobachte mal die Popos von Männlein und Weiblein - jetzt im Winter durch die dicke Kleidung unpraktisch, aber im Sommer echt aufschlussreich - es sind viele, bei denen klar erkennbar ist, das da nicht nur Unterwäsche getragen wird.


Als wenn ich das nicht machen würde. ;-) Ist doch ein DL-angeborener Reflex, hihi.
Aber ganz ehrlich: Oft fällt mir da nichts auf. Im Sommer sah ich mal eine Radlerin, etwa Ende 40, Anfang 50, ich stand am Straßenrand, wollte rüber und musste sie passieren lassen. Schon als sie mir entgegenkam fiel mein Blick in ihren auffällig dickeren Schritt. Als sie vorbei war, war von hinten sehr deutlich eine Vorlage zu erkennen, die deutlich über eine dicke Monatsbinde hinausging. Auch steht beim Altpapier, das alle 14 Tage gesammelt wird hie und da mal Kartons von versch. Windelherstellern.
Aber wirklich viel fällt mir da echt nicht auf.
Aber ich werde es mal weiter beobachten. ;-)


Wenn du schreibst, dass "der große Hersteller" von zukünftig 25% Betroffener ausgeht, klingt das heftig und man kann es nicht nur auf die Alten schieben, die zahlenmäßig natürlich immer mehr werden.
Sprich, es wird wohl auch mehr Jüngere geben, die Inkoprodukte brauchen werden.

Aber warum wird das so sein? Wodurch wird das --zukünftig-- so sehr begünstigt?


Gruß, Xaver


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Fr Nov 18, 2011 13:10 
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Hallo,

Compu schreibt, dass viele die Hygiene-Artikel in der saugstarken Form kaufen und sie "zweckentfremden", d.h. eigentlich für Inko-Zwecke tragen.

Was mich wundert, ist die fehlende zweckmäßige Form für Männer. Auch die von mir gerne verwendete Formvorlage in der sog. anatomischen Form, wie Moliform, ist vorne zu klein. Sie hat zwar eine bequeme Rückgröße zum Sitzen, aber vorne ist die Kapazität schnell erreicht. Umdrehen ist auch nicht so das Wahre, da dann der Sitzkomfort durch die dann ungünstige Form leidet. leidet.

Wenn es doch absehbar zukünftig so viele "Tröpfelnde" geben soll, wäre doch eine veränderte Form marktfähig:
Vorne großes saugfähiges Teil und hinten die Größe wie bisher, aber dünner.
Diese seltsamen "Tüten", die es für Männer gibt, halte ich für Fehlentwicklungen. Da kann man(n) höchstens den "letzten Tropfen" aufsammlen. ( frei nach dem Spruch: Da hilft kein Schütteln.... :yeah: )

Stuhl-Inkos sind meines Wissens nach prozentual erheblich geringer und das würde dann immer noch ausreichen, denn dann muß sowieso schnellstens ein Wechsel her. Große Mengen fallen nicht an, bzw. müsssen dann mit anderen Mitteln aufgefangen werden.
M.E. wäre eine solche Formvorlage für viele Betroffene oder Anderen :pfeif: sehr wünschenswert.

Gedanken :zwinker: von

Dlover


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Fr Nov 18, 2011 18:51 
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Hallo Xaver - Compu - DLover... :Hallo:

Nun schreib ich es noch einmal, nachdem mein gestriger Beitrag leider im "Internet-Nirvana" verschwunden ist.

Ergänzend zu euren Auführungen hier noch ein kleines "Gesprächsprotokoll" mit der Firma PARAM aus der letzten Woche.
In dem Gespräch ging es um die Akzeptanz von "Hilfsmitteln", wie es immer so (un)schön heißt.

PARAM hatte einer Kundin einen Karton Windeln direkt zugestellt, worauf sie sich später bei mir bitterlich beschwerte, da die Firma natürlich im bedrucktem Originalkarton versendet hatte, und nicht "neutral".

Die Kundin meinte dann, nun sei sie "Gesprächsthema Nr.1 im Dorf", und somit das Gespött der Leute. :ohhh:

So kamen wir dann eben auf das Thema "Akzeptanz in der Öffentlichkeit"..."Outing"...etc.

In diesem Gespräch habe ich dann verlauten lassen, daß ich das gar nicht verstehen kann, denn schließlich seien ja wohl ca. 30% der Bevölkerung betroffen.

Daraufhin erkläre mir der Mitarbeiter von PARAM folgendes:

" Da liegen Sie wohl etwas falsch mit ihrer Schätzung, betroffen ist jede/r 2. in der Bevölkerung ! "

Betroffen heißt:

Jeder 2. wird im Laufe seines Lebens mit Inkontinenz konfrontiert, wenn auch nur mit einer vorübergehenden Inkontinenz.

Aus diesem Grund sollte die Akzeptanz, bzw. das WISSEN darum, eigentlich höher sein.

Aber es scheint jeder so zu tun als hätte er/sie noch nie davon gehört, Unverständnis auf allen Linien.

Irgendwie scheint es nicht in die Köpfe zu wollen, daß Inkontinenz stark verbreitet ist, es jeden 2. in unserer Gesellschaft trifft, und dennoch wird es einfach "ausgeblendet".

Dies deckt sich auch zu 100% mit einer Studie aus den USA, bei einer Umfrage unter 5.000 Schwesternschülerinnen.
( Alter ca. 18-28 J.)
Auch hier ergab sich ein Prozentsatz von über 50%, denn mehr als die Hälfte von ihnen war auch schon von Inkontinenz betroffen, wenn auch nur zeitweise.

Wir haben auch noch über die ständig steigenden Zahlen gesprochen, die sich nicht nur durch Überalterung der Gesellschaft niederschlagen.

Ein großer Anteil liegt hier bei Kindern & Jugendlichen zwischen ca. 12 und 27 Jahren.

Dies ist allerdings an den Verkaufszahlen der Produkte ablesbar, die sich zudem noch gut aufteilen zwischen einer Tag- o. Nachtversorgung.

Die Begründung der steigenden Zahlen lautet:

Kinder stehen heute schon unter starkem Druck, selbst 5-Jährige leben schon nach einem Terminkalender.
( vom Klavier- u. Ballettunterricht bis zur Tennisstunde, den Eltern ist nichts zu teuer für ihre "lieben" Kleinen, hauptsache sie werden STAR`s ! )

Der echte STRESS beginnt dann in der Schule, mit den Fragen:

Hauptschule (chancenlos) Realschule (Notlösung) Gymnasium (erstebenswert !)

Finde ich einen Ausbildungsplatz ? Welchen Beruf soll / kann ich ergreifen, wie lange werde ich diesen Beruf ausüben können ?

Dazu kommt das gegenseitige MOBBEN , Jugendliche machen sich gegenseitig fertig wg. "Designerklamotten"...bis hin zum "coolen Klingelton"...ein ständiges Kräftemessen untereinander.

Plus falsche Kleidung, nach dem Motto: "Warme Wäsche - lange Unterhosen sind UNCOOL"
( lieber BAUCHFREI bei minus 5°C, das ist COOL ) [im wahrsten Sinne "kalt"]

Aufgestockt wird das Ganze noch durch zunehmende körperliche Gewalt, selbst Mädchen prügeln sich gegenseitig krankenhausreif, über Drogenmißbrauch und Alkoholexessen. ( Komasaufen etc.)

Viele Jugendliche schaffen es nicht das alles zu verarbeiten, nehmen diesen ganzen Druck dann mit in´s Bett, welches dann am Morgen immer öfter nass ist. :Bettnässer:

Gerade die Zahl der Bettnässer/innen hat sich in dieser Altersgruppe stark erhöht.

Die Anzahl der versch. Windelprodukte für Jugendliche zeigt dies auch gut, ebenso die häufige Werbung für Produkte wie DRY NITES etc.

Nur Deutschland hinkt da wieder nach, andere europäische Länder sind da etwas offener, und Länder wie ASIEN oder die USA sowieso.
( siehe die Auswahl in einem amerik. Supermarkt, davon können wir hier nur träumen, ebenso wie Japan, China oder Brasilien etc. ) s. Foto unten

Okay...das war mein Bild dazu...sagt der SAM


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Sa Nov 19, 2011 18:43 
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Hallo Sam, :Hallo: ,

ich möchte doch noch mal auf einen entscheidenden Unterschied in den Zahlen aufmerksam machen.

Ja, es sind über einen Zeitraum vom ca. 3-5 Lebensjahr bis zum Ableben ca. 50% der Bevölkerung zumindest zeitweise von Inkontinenz betroffen. Daraus ergeben sich aber genau die genannten Zahlen - wenn also 50% zeitweise betroffen sind, dann bezieht sich das auf eine Zeitspanne X, also von wenigen Tagen, über Wochen und Monate bis hin zu den dauerhaft betroffenen. Sind also von diesen im Mittel ca 1/3 bis 1/4 längerfristig betroffen, so ergibt sich die genannte Zahl sofort. Der Zeitrum umfasst ja den "normal Kontinenten" - also vom 3-5. Lebensjahr bis in die 60er hinein, also ca. 60 Jahre. Davon dann also 1/2 - ergibt 30 Jahre, da fallen dann die paar "dauerhaften Inkos" nicht so ins Gewicht, um auf jeden 2. zu kommen, andererseits ist aber auch sofort klar, dass, wenn nur einige (z.B. die Frauen) für einige Monate betroffen sind, die Zahl der aktuell Betroffenen sofort ganz erheblich ist.

Beispiel - fast alle Frauen sind unmittelbar nach der Niederkunft eine Zeit lang (ein paar Tage bis Wochen) mehr oder weniger undicht - bis sich der Beckenboden so weit regeneriert hat, dass alles wieder normal ist. Viele Übergewichtige (Männer und Frauen !!!) bewegen sich generell zu wenig und entwickeln eine Bindegewebsschwäche - Folge Inkontinenz, viele Männer haben ab ca. 45/50 Jahre Probleme mit der Prostata - Folge - gutartig - Schälung und zumindest zeitweise Inko, bösartig OP mit Entfernung und oft dauerhaft Inko, generell ist es bei Männern jenseits der 65 eher selten, dass sie "ganz ohne" auskommen. Bei Frauen beginnt der Prozess spätestens mit der Menopause und der damit einhergehenden Umstellung des Hormonhaushaltes, der wiederum auf das Bindegewebe einen erheblichen Einfluss hat und ganz nebenbei oft auch noch zu einer Gewichtszunahme führt. Viel jüngere Frauen mit Übergewicht geraten auch in den "Teufelskreis", wobei das Übergewicht auch andere "Umstellungen" im Bauchraum begünstigen - angefangen vom reinen Platzbedarf des eingelagerten Fetts und damit Druckaufbau, bis hin zum Verdrängen von inneren Organen z.B. beim Sitzen, mit der Folge eines Kippens der Blase oder des Uterus und der Folge der mangelhaften Entleerung mit chronischen Blasenentzündungen als Konsequenz.

Wenn wir uns dann die Alterspyramide ansehen, dann wird schnell klar, die 25% um das Jahr 2025 sind hoch wahrscheinlich, vermutlich sogar noch zu gering geschätzt. Die von Sam genannten Betroffenen unter den Jüngeren, sind dabei überhaupt nicht berücksichtigt, die haben nach meiner Kenntnis die Hersteller (noch) nicht "auf dem Schirm". Die bisherigen Zahlen basieren also fast ausschließlich auf der Änderung der Altersstruktur!!

Was die Verteilung Leicht (<50ml/4h), Mittel (50 - 300ml/4h), Schwer (>300ml/4h) angeht, so wird extrem viel geschummelt. Jeder der "normal trinkt", produziert während der Tagesstunden mehr als 300ml Urin /4h - das wären weniger als 1l/12h real ist vom Doppelten aus zu gehen. Daher gehe ich mal davon aus, dass abgesehen von den Fällen beginnender Beckenbodenschwäche oder leichtem Nachtröpfeln bei Männern, eigentlich alle Fälle mindestens Mittel, wenn nicht sogar als schwer ein zu ordnen sind. In den seltensten Fällen ist die Speicherfähigkeit der Blase noch normal, wenn der Verschlussapparat nicht mehr korrekt arbeitet - die Blase wird also sehr schnell in ihrem Speichervermögen nachlassen, so dass zwar die ersten 50-100ml gespeichert werden können, aber spätestens dann "das Meiste durchläuft" - also in den 4h 200ml und mehr, es sei denn, man geht ständig auf die Toilette - also häufiger als 1 Mal/h und wer geht schon 12-15 Mal am Tag aufs Klo ???

Dann noch mal das Thema - Form speziell für Männer. Die mir bekannten Marketingleute der Hersteller gehen alle davon aus, dass Männer "nach unten tragen", also in einem gut sitzenden Slip problemlos die Damenprodukte verwenden können - die werden dann einfach etwas weiter vorn geklebt und gut ist - also die "Anatomie des Austritts" sich nur unwesentlich unterscheidet. Meine ganz persönliche Erfahrung bestätigt dies, ich sehe kaum eine Notwendigkeit da eine grundlegende Änderung zu machen. Zumal im Liegen die Dinge ohnehin noch ähnlicher werden. Wem die kleinen Vorlagen zu unsicher sind, der kann ja problemlos auf die Formvorlagen ausweichen und da die dünneren Sorten verwenden - die tragen fast nicht auf und lösen das Problem sehr elegant. Ich weiß von einigen "nach oben Trägern", die die "Tüten" als Umlenkung einsetzen und dann auch mit den "ganz normalen Produkten sehr gut klar kommen.

Thema Stuhlinko (etwa 5% der Inkos sind AUCH Stuhlinko) - außerordentlich selten tritt Stuhlinko allein auf (Pro Mille Bereich) - in aller Regel gemeinsam mit Harninko. Es ergibt sich also zusätzlich das Problem des Darmmanagements, dass sehr elegant mittels Irrigation gelöst werden kann (so was wie Einläufe, aber ausschließlich im unteren Darmsegment, danach ist normal 12h Ruhe). Die wenigsten Stuhlinkos werden sich auf das Risiko einlassen, bei "normalen Tätigkeiten" Stuhl zu verlieren - zumindest die voll Mobilen, bei Bettlägrigen oder Dementen sieht die Sache anders aus, ist das Problem aber auch ein ganz anderes - nämlich ein Pflegerisches. Insofern - die Harninko muss gut versorgt werden - daraus ergibt sich, dass wohl eher selten die speziell für Stuhlinko angebotenen dünnen Produkte zum Einsatz kommen - das spiegeln auch die Verkaufszahlen wieder. Ich trage lieber eine dickere Versorgung - sehen tut das eh niemand - und wenn schon - da bin ich sicher vor Unfällen und habe Reserven.

So - mal wieder eine geballte Ladung Zahlen aus dem "Nähkästchen", völlig außer Acht gelassen habe ich die Wahrnehmung der Menschen - Sam hat das schön beschrieben - Jede(r) meint, sie(er) sei allein mit dem Problem, was natürlich maßgeblich am gesellschaftlichen Umgang mit Schwächen oder Einschränkungen zu tun hat. Das Thema Burnout ist "populär", seit sich ein Fußballer umgebracht hat und Andere aus der Öffentlichkeit "verschwunden" sind. Dass es aber schon lange ein wachsendes gesellschaftliches Problem ist, wird bei denen, die es besonders angeht - den Chefetagen, nach wie vor ignoriert. Das ist aber auch nur eine der Ursachen für psychisch verursachte Inko - zu der ich auch die der jüngeren Leute zähle.

Dass schon die Lieferung eines Kartons Windeln oder Vorlagen zum Problem gemacht wird, wo auch jedes andere Produkt in einer solchen Verpackung versandt werden könnte, ist schon tragisch und zeigt, wie wenig die Betroffenen über ihre und die Situation der Umgebung nach denken. Es ist einfach "nicht normal" und besonders "bäh", da es hier ja um Ausscheidungen geht. Jeder Erwachsene hat das "im Griff" zu haben, wenn nicht, muss er mindesten Behindert sein - und wer will diesen Status schon haben ?? Leider machen sich sehr wenige Mitmenschen klar, wie schnell sie selbst betroffen sein können, jeder, der am Straßenverkehr teilnimmt, kann von einem Augenblick zum anderen einen Unfall erleiden. Dabei habe auch ich mir meine voll Inko zugezogen. Ich hätte nie vermutet, dass eine solche Lächerlichkeit, wie ein Auffahrunfall solche Folgen haben könnte. Dass in meinem speziellen Fall schon vorher ein Hang zum DL bestand, hat mit den Ereignissen nichts zu tun - im Gegenteil, es zeigt, wie schnell "aus Spaß Ernst" wird.

In diesem Sinne - machts gut

Compu


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: So Nov 20, 2011 2:40 
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dercompu hat geschrieben:
1.
Die von Sam genannten Betroffenen unter den Jüngeren, sind dabei überhaupt nicht berücksichtigt, die haben nach meiner Kenntnis die Hersteller (noch) nicht "auf dem Schirm".
Die bisherigen Zahlen basieren also fast ausschließlich auf der Änderung der Altersstruktur ! !
2.
Thema Stuhlinko (etwa 5% der Inkos sind AUCH Stuhlinko) - außerordentlich selten tritt Stuhlinko allein auf (Pro Mille Bereich) - in aller Regel gemeinsam mit Harninko.
3.
Die wenigsten Stuhlinkos werden sich auf das Risiko einlassen, bei "normalen Tätigkeiten" Stuhl zu verlieren...

Dass schon die Lieferung eines Kartons Windeln oder Vorlagen zum Problem gemacht wird, wo auch jedes andere Produkt in einer solchen Verpackung versandt werden könnte, ist schon tragisch und zeigt, wie wenig die Betroffenen über ihre und die Situation der Umgebung nach denken...

Hallo Compu... :Hallo:

WoW...Herr Professor... :hut: ...da soll mal einer sagen unser Compu wäre nicht im Thema ! :zwinker:

Ganz lieben Dank für das geballte und fundierte Wissen !

Noch ein kleiner "Nachtrag" von mir dazu, damit auch nichts falsch verstanden wird.

Ich hatte (konnte) mich ja nur auf das geschilderte Gespräch mit einem Mitarbeiter von PARAM beziehen, d.h. seine fachliche Kompetenz liegt natürlich bei den Produkten seines Hauses, und darüber hinaus ist es auch nur "Allgemein(es)Wissen".

Das Thema "Inkontinenz bei Jugendlichen" war ihm wohl bekannt, aber auch PARAM beschränkt sich nur auf Erwachsenenprodukte.

D.h. die Aussage von Compu ist völlig richtig, die Hersteller haben das (noch ?) nicht auf dem Schirm.

Das unterstützt ja auch meine Meinung / Beobachtungen, daß im Ausland das Thema JUGENDLICHE :Bettnässer: viel weiter vorne steht, aber bei uns hier noch nicht richtig angekommen ist.

Es ging erst 2006 als "Sensation" durch die Foren, daß es nun die DRY NITES für Jugendliche auch in Deutschland gibt. ( nur leider bis heute nicht an "jeder Ecke", oder in jedem Supermarkt )

Ich habe über das Thema schon vor Jahren mit einem befreundeten Drogeristen besprochen, der mir folgendes dazu sagte:

"Ich weiß nicht, so etwas würde bei mir bestimmt nicht laufen, die Jugendlichen schämen sich doch viel zu sehr so etwas hier öffentlich zu kaufen."

Aber noch interessanter war sein Nachsatz, der lautete:

"Ich weiß auch gar nicht ob ich solche Produkte in meinem Laden haben will, und ob sich das überhaupt LOHNEN würde."

( ich hatte fast den Eindruck er wollte damit sagen, "ICH schäm mich ja wenn ich so etwas führe ! " )

Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, er wäre Feuer + Flamme gewesen wenn ich ihm gesagt hätte:

"Mensch...dies ´Schmuddelzeug` kannst du aber "schwarz" unterm Ladentsich verhökern, das bringt ´ne Menge Kohle."

Ich weiß auch nicht wer den Leuten diese Schranke in´s Hirn zementiert hat, aber wie Compu schon sagt...alles ihhh + bääähhh...

Zu Punkt 2 ( Stuhlinko )

Dabei dürfen wir aber eine große Gruppe nicht vergessen, die "nur" an Stuhlinko leidet, ohne Harninkontinent zu sein.

Eine Gruppe die sich mit Irrigation keine Erleichterung verschaffen kann, nämlich die Gruppe der MC-Leute. ( Morbus Crohn - chronische Darmentzündung )

In Deutschland ca. 300.000 Betroffene, wie ich finde keine kleine Gruppe.

Zu Punkt 3.

Auch da gibt es wohl noch eine Grauzone, denn zwischen Stuhlinko u. Marbus Crohn gibt es ja auch noch andere Darmerkrankungen, deren Begleitumstände sich leider auch nicht vorhersagen lassen.

Ich weiß es, denn nach meiner Darm-OP (1993) war ich auch fast 1 Jahr vollinko.

Gegen plötzlich auftretende Durchfälle ist man leider völlig machtlos, und auch da sind Windeln das einzig probate Mittel.

GsD hat sich mein Zustand wieder gebessert, und ich kann am "normalen Leben" teilnehmen.

Dennoch trau ich mich nicht ohne (min.) PANTS aus dem Haus, denn wie gesagt - plötzlicher Durchfall ist einfach unberechenbar.
( erwischt mich nur noch ca. 2 x im Monat wenn ich Glück hab )

Okay, ich habe das eigentlich auch nur noch angefügt um aufzuzeichnen wie häufig doch Windeln benötigt werden, auch bei anderen Erkrankungen.

Um so unverständlicher ist und bleibt es wohl auch für mich, daß sich das Denken und Handeln der "Öffentlichkeit" nicht ändert.

Eine Mitschuld trage ich aber auch, denn ich gehe damit auch nicht "hausieren", und binde es jedem auf die Nase.

Aber an diese Nase müssen sich wohl viele Ikos fassen, da bin ich leider nicht alleine.


Nochmals DANKE an dich Compu, dein Bericht ist wieder eine echte Bereicherung für unsere Foren und zeigt deutlich, daß wir doch mehr im Kopf haben als nur Windeln... :bae:

In diesem Sinne...CIAO von SAM
:CIAO:

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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: So Nov 20, 2011 16:37 
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Ich bin: Inkontinent
Hallo Sam, :Hallo: ,

noch mal ich

- erst mal - Danke für die Blumen. Seit etlichen Jahren arbeite ich aktiv daran, das Thema genau aus der Schmuddelecke zu holen, z.B. indem ich ich unter anderem im Beruf und Privatleben recht offen mit meiner Einschränkung umgehe und allein dadurch schon viele Mitmenschen kennen gelernt haben, die auch betroffen sind, sich aber bislang nicht vorstellen konnten genau so offen damit um zu gehen. Dann lernte ich im Laufe der Zeit eine Reihe von "Profis" kennen - also Leute, die von Berufs wegen mit Inko und der Behandlung zu tun haben (Coloplast, Tena, Hartmann, Abena) - daraus resultiert natürlich auch eine Menge an aktuellen Infos - so wie du Sam Kontakt zu den Param Leuten hast. Und nicht zuletzt durch meine tägliche Arbeit in einer großen Klinik, wodurch ich (natürlich) mit den Medizinern der verschiedensten Bereiche Kontakt habe und es sich auch immer wieder ergibt, dass wir uns über das Thema Inko, Ursachen und Auswirkungen teilweise auch ausführlicher unterhalten - begleitend zu meinem Einsatz als EDV Fachmann, da sind die "unnahbaren Professores" dann plötzlich menschlich und gesprächig.

Ich möchte aber noch einmal auf das Thema Stuhlinko als isoliertes Problem eingehen. Zunächst sollten wir mal unterscheiden - Organische Ursachen wie Morbus Crohn o.ä. und die mehr psychischen Ursachen - wie die von dir genannten plötzlichen Durchfälle (wenn sie nicht auf einer Lebensmittelunverträglichkeit basieren).

Ich kenne einige Betroffene von Morbus Crohn. Die Probleme gehen "von - bis", also keinesfalls ist es immer erforderlich "Vorsorge" zu treffen und sie meiden wann immer möglich, den Einsatz von Vorlagen und / oder Windeln - zumindest Tagsüber. Der Grund ist ganz einfach, die Haut ist sehr empfindlich (und oft extrem belastet) und da ist Baumwolle und Luft immer noch das Beste. Es ist ohnehin baldmöglichst eine Dusche erforderlich, wenn etwas "daneben gegangen ist", denn der Stuhl ist so aggressiv, dass ein längerer Kontakt mit der Haut sehr schnell zu erheblichen Problemen führt - auch bei reichlicher Verwendung von Creme, was aber oft gar nicht möglich ist, da die Haut dann massiv reagiert. Es wird also "schlimmstenfalls", wenn zu spüren ist, dass ein Schub kommt (man lernt seinen Körper in so einer Situation sehr schnell zu "lesen"), eine Pant zum Einsatz kommen, viele benutzen aber auch eine Netzhose mit Folieneinlage (Hydas etc.) oder ein Monatshöschen über der normalen Unterhose aus Baumwolle. Es ist ja keinesfalls so, dass dauernd Stuhl verloren wird, auch nicht im akuten Schub und wenn der heftiger ist, sind die Betroffenen kaum in der Lage sich auf den Füßen zu halten. Wenn wir also von den 300.000 Morbus Crohn Betroffenen (als wohl größter Gruppe) ausgehen, dann haben vielleicht 25% davon einen akuten Schub, von denen wieder nur ein Bruchteil regelmäßig Windeln oder Vorlagen tragen (und benutzen) - es bleibt also bei einer Annahme von "isolierter Stuhlinko" immer noch bei ein paar Pro Mille.

Dann die "psychisch" basierte Stuhlinko - gar nicht mal so selten (und stark zunehmend), aber sehr oft auch in Begleitung von Harninko - Typischer Fall, auf den der landläufige Begriff "Stressinko" voll zutrift. Also nicht die Stressinko im Sinne von "mechanischem Stress auf die Schließmuskel" (wie die medizinische Definition sagt) sondern die Inko verursacht durch psychischen Stress. Wie oft wird davon gesprochen - diese oder jene Situation ist mir auf den Magen/Darm geschlagen. Es ist also fast etwas "Alltägliches" - eine uralte Reaktion unseres Körpers, wenn viel Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet wird - der Körper bereitet sich auf eine Flucht vor und "wirft Ballast" ab. Das beschleunigt die Darmbewegungen und damit kommt es zu den plötzlichen (oft nicht oder kaum beherrschbaren) Durchfällen - eine ausgesprochen üble Situation, da die Mengen meist ganz erheblich sind (im Gegensatz zu Morbus Crohn). Da hilft eigentlich nur ein "dickeres Fell" - also eine Art Konditionierung auf die Stressauslösenden Situationen - in der Summe sind das nicht ganz wenige Betroffene, aber meist tritt die Stuhlinko gemeinsam mit einer Harninko auf, insofern fallen sehr viele dieser Fälle in die schon genannte Gruppe (5%). Durch eine gute Psychotherapie ist aber oft eine weitgehende Milderung erreichbar.

Eine weitere Gruppe psychisch verursachter Inko sind die "Therapiebegleitend" auftretenden Fälle - auch nicht so selten (wie ich an den Lieferungen in der Klinik beobachten kann), da zum einen Psychopharmaka massiv in den Körper eingreifen und zu Inko führen (dann meist Vollinko), oft treten aber auch bei den Therapien begleitend Fälle von Inko auf. Hier wird allerdings in aller Regel vom Personal darauf geachtet, dass keine Windeln verwendet werden, um Regressionstendenzen nicht noch zu unterstützen - die fallen also als Windelverwender auch meist aus der Statistik. In Summe kann man aber davon ausgehen, dass in der geschlossenen Psychiatrie mindestens 50 % der behandelten Patienten mit Inko Produkten in Kontakt kommen. In absoluten Zahlen sind das aber auch nur ein paar Tausend in D.

Wo wir die betroffenen Jugendlichen (vorwiegend Bettnässer) unterbringen sollen weiß ich nicht - Fakt ist, die Gruppe ist gar nicht so klein und schafft (hoffentlich) im Laufe der Zeit ein besseres Verständnis, insbesondere mit gemeinsam mit den vielen "Alten", die zukünftig auf diese Produkte angewiesen sind.

Param gehörte bislang eher zu den "Volksversorgern" also weniger zu den "Premiumherstellern", möglicherweise haben die ihr Ohr "dichter am Volk" also an der Gruppe der "einfachen Leute"und besonders an den Kassenpatienten, wo der Erfolgsdruck insbesondere für die Kinder und Jugendlichen wohl noch größer ist. Die "Wohlhabenden" vertuschen wohl noch mehr und kaufen "einfach so", so dass kaum eine Zuordnung möglich ist und die Hersteller kaum eine Rückinfo bekommen.

In diesem Sinne - machts gut

Compu


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Mo Nov 21, 2011 10:18 
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Hallo Compu,

vielen 1000 Dank für deine Informationen! Sag mal, bist du in dem Bereich tätig oder wie kommst du zu solch einem geballten Wissen? Ich komme aus dem Staunen kaum raus!

Auf jeden Fall klingt das alles ziemlich einleuchtend und ich bin "versucht" das so zu glauben. Jedenfalls vom Verstand her. Aber irgendwie sagt mir mein Unterbewusstsein, dass das nicht sein kann. Also irgendeine psychologische Kiste... Und genau das dürfte bei den meisten "Normalos" in D auch der Fall sein. Es übersteigt einfach die Vorstellungskraft, dass es sein kann, dass die nette Blondine dort drüben auf dem Sitzplatz in der Straßenbahn nachts ins Bett macht und der Anzugträger, der eiligen Schrittes mit Aktenkoffer unter dem Arm in die Bank rennt, unter seinem Anzug einen Inkoslip trägt.

Dass sich niemand als Inko outet kann ich schon irgendwo verstehen.
Es betrifft ja auch den Intimbereich, der doch wirklich sehr privat ist. Der Mensch entwickelt doch mit der beginnenden Pubertät eine natürliche Scham. Ich beobachte das doch selbst bei der einen oder anderen (älteren) Freundin meiner Tochter. Es war nie ein Thema, wenn sie bei uns übernachteten. Da wurde sich abends bis zur Unterwäsche ausgezogen, Pyjama/Nachthemd an, fertig. Jetzt wünschen sie dabei allein gelassen zu werden.

Das ist nicht anerzogen. Dafür kenne ich auch die Eltern zu gut. Es ist ein natürlicher Vorgang, der sich so entwickelt.
Was gäbe es denn dann später für einen Grund anderen die eigene Inkontinenz aufzubinden? Ich denke, es ist sicher eine Vermischung aus "Iih, Bäh" und dieser natürlichen Scham.

Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, z.B. SAM vorzuwerfen, dass er Mitschuld an der Unaufgeklärtheit der Bevölkerung hat, weil er nicht seinen Gesprächspartnern jeweils klar macht, dass er inko ist.
Klar wäre es klasse, wenn man über seine Inkontinenz sprechen könnte, als wenn man nur mal eben ein Taschentuch braucht, aber irgendwie auch nicht. Man unterhält sich ja auch eher nicht darüber wie der Stuhlgang war und ob man beim Toilettengang wirklich lange Bäche macht oder nur immer ein wenig. Oder Frauen, die in der Gesprächsrunde erzählen, wie voll ihre Binde ist oder dass sie mal eben ihren Tampon wechseln müssen. Wer will sich darüber denn wirklich unterhalten? Es betrifft nun mal einen sehr privaten Bereich und deshalb ist es auch ok, wenn man sich darüber zurückhält.


Vorlagen/Einlagen für Männer:
Ich habe damit nicht viel Erfahrung, aber diese "Tütchen" halte ich für eine der schlechtesten Erfindungen überhaupt. Die sind einfach nur völlig daneben. Zum einen ist das Überstülpen schon so eine merkwürdige Sache und im schlaffen Zustand nicht wirklich machbar, voll eregiert geht das auch nicht. Spätestens dann kann man sicher sein, dass das Tütchen im erschlafften Zustand nicht mehr richtig sitzt, außerdem ist es ziemlich unmöglich in dem Zustand das Ganze in seiner Unterhose mit dem Klebestreifen zu befestigen. Mal angenommen, man hat es irgendwie doch geschafft sein bestes Stück da rein zu stecken und das Ganze in der Unterhose zu befestigen (sitzt doch auch auf Anhieb NIE richtig), dann bleibt zumindest bei mir immer ein sehr unsicheres Gefühl ob das Tütchen richtig sitzt und es überhaupt mehr als ein paar ganz wenige Tropfen auffangen kann. Außerdem hatte ich beim probieren immer das Gefühl eines Fremdkörpers in der Unterhose und auch den Eindruck, dass man so eine Tüte eher sieht als eine sogar große Einlage, da die Ränder der Tütchen nicht ausgeschärft sind, sondern sozusagen innerhalb weniger mm Breite von ganz dick auf ganz dünn wechseln. Bei Einlagen ist das eher fließend.
Ich denke nicht grundlos hat Tena diese Tütchenform schon vor Jahren aus dem Programm genommen und bietet seitdem mit den Tena men 1-3 ordentliche Männerslipeinlagen.

Apropos Männerslipeinlagen: Eigentlich finde ich es erstaunlich, dass es Slipeinlagen für Männer nicht gibt. Der doch den meisten Männern bekannte letzte Tropfen wäre doch schon immer Grund genug gewesen, eine Slipeinlage für Männer zu kreieren und am Markt zu plazieren und zu etablieren. Ich denke, dass dieser letzte Tropfen mindestens genauso weit verbreitet ist wie Ausfluss bei Frauen, der ja AFAIk als Hauptgrund für das Tragen von Damen-Slipeinlagen angegeben wird.

Und der Weg von der Männerslipeinlage zur Inko-Einlage wäre dann auch nicht mehr so schwierig.

Gruß, Xaver


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Di Nov 22, 2011 13:49 
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Hallo Xaver,

da du mich direkt fragst - eine direkte Antwort - im Bereich tätig ?? - im weiteren Sinne ja. Zum einen bin ich lange in einer Selbsthilfegruppe recht aktiv gewesen (Vorstand und Öffentlichkeit), zum Anderen arbeite ich im medizinischen Bereich. Zwar in der EDV, aber da meine Interessen schon immer bei der Medizin lagen und meine Frau Medizin studiert hat und nun im OP arbeitet, bin ich in den letzten Jahren immer tiefer in die Materie eingedrungen. Außerdem musste ich nach meinen Unfall sehr tief in die medizinischen Zusammenhänge von Inko einsteigen, um den Anwälten der Versicherungen sachgerecht etwas entgegen zu setzen - letztendlich habe ich einen guten Vergleich "heraushauen" können, mit dem was ich heute weiß und unter Vermeidung einiger Verfahrensfehler, wäre die Sache zu gewinnen gewesen. Allein durch so etwas kommt man so tief in die Materie, dass man sich mit den Medizinern "auf Augenhöhe unterhalten kann". Dazu kommt, dass ich auf Podiumsdiskussionen und sonstigen Veranstaltungen auch schon für verschiedene Hersteller aufgetreten bin und somit dorthin direkte Kontakte und Informationen habe.

Die "psychologische Kiste" ist auch schnell erklärt - schau einfach mal, wie wir groß geworden sind - es war eine Leistung möglichst schnell sauber zu werden, die Mütter bekamen Anerkennung für solch "hervorragende Taten" (völlig übersehend, dass die "Lütten" noch gar nicht so weit waren und das Ganze Augenwischerei und Stress für Alle bedeutete und oft mit seelischen Schäden verbunden war). Wenn das also so ist, dann ist jeder Verstoß gegen die damals "eingebrannten Regeln" nicht nur gesellschaftlich unakzeptabel, es ist auch ein direkter "Angriff" auf unsere Mütter - das geht gar nicht!! Also wird jeder bemüht sein, so etwas "unter dem Hut" zu halten und auf keinen Fall damit in die Öffentlichkeit gehen.

Vergleichbare Situation - Schwule, SM, Lack/Leder etc. aber eben nicht mit dem "Ballast" versehen, dass es direkt gegen die anerzogenen Grundsätze und damit die innerste Familie geht, sondern "nur" gegen Gesellschaftliche Normen, daher auch die Entwicklung der letzten Jahre.

Das Kinder im Erwachsen werden sich "ihrer Selbst bewusst" werden und damit eine andere Art Scham entwickeln ist normal und liegt in der gesunden Entwicklung - mit Erreichen der Geschlechtsreife beansprucht man eben eine andere Privatsphäre - und das ist auch gut so!!, es ist aber eine völlig andere Sache wie mit einer Inko.

Natürlich gehe ich mit so was nicht Hausieren und Jede(r), der neu damit konfrontiert ist, muss erst einmal seine Grenzen feststellen und suchen, aber nach ein wenig "Eingewöhnung" ist es oft so, dass die Inko eben zur Person dazu gehört und damit nicht mehr in den Bereich des "sehr privaten" (wie Stuhlgang und Regel o.ä.) gehört, sondern mehr zu den "Alltäglichkeiten", über die man auch reden kann.

Dahin zu kommen ist allerdings ein Prozess, der viel Kraft und Engagement benötigt, wenn die Persönlichkeit das verhindert, ist das aber auch "normal", weil eben nicht jede(r) gleich kommunikativ oder offen ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei entsprechender Rücksicht, genau das Gespräch über die Inko, als wäre es eine Brille oder Taschentuch, doch möglich ist, aber der Weg dahin ist weit und erfordert auch, den Willen (oder ist es missionarischer Eifer ??).

Und noch mal die "Tütchen" - das ist eine reine Übungssache - wie das Windeln auch. Wenn Man(n) das oft genug gemacht hat, dann sitzen die auch und es kommt ja eher selten vor, das "Willy" tags so angeregt wird, dass er viel Platz braucht (jedenfalls mit fortgeschrittenerem Lebensalter). Daher, wenn die Dinger Nachts als "Umkehrhilfe" bei "nach oben Trägern" eingesetzt werden, dann ist das Risiko bei nächtlicher Errektion groß, das anschließend "was daneben geht". Das mit dem "Fermdkörpergefühl" legt sich auch - genau wie bei Analtampons und dass die Tüten auftragen liegt an der genauen Beobachtung durch den Verwender - nicht mal eine ganz dicke Pampers trägt auf, wenn sie richtig angezogen und "modelliert" ist. Auch hier wieder - die Auffälligkeit liegt im Kopf des Trägers - nicht des Betrachters!!

Das Tena die Level 1-3 anbietet hat eigentlich keinen wirklichen technischen Grund - die Ursache ist eher psychologisch!! Ein Mann trägt eben keine "Frauenbinden", auch wenn die genau so gut funktionieren, wenn sie den richtig "eingebaut" sind. Das ist übrigens Original die Auskunft aus der Marketingabteilung von Tena - die anderen Hersteller unterscheiden da ja auch nicht nach Geschlechtern und bieten nur die "Bindenform" an. Vor Jahren gab es mal den Hype bei Kinderwindeln Girl/Boy - das wurde ganz schnell wieder eingestellt, weil es eben technisch aufwendig und damit Kostenträchtig ist, aber wenig bis nichts gebracht hat - Schniedel nach unten und die Anantomie ist nicht mehr weit auseinader. Hier - dito!!! die Dinger sind teuer in der Herstellung und im Anwendernutzen ist der Unterschied kaum findbar!!

In diesem Sinne - machs gut

Compu


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Do Nov 24, 2011 11:12 
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Hallo Compu,

danke noch mal für die Erklärungen.

Was die Tena men betrifft, gebe ich dir teils Recht. Dameneinlagen funktionieren beim Mann auch, ABER nicht alle. D.h. normale Monatsbinden oder die "Einsteiger"-Inko-Einlagen sind zu schmal um sicher zu sein, denn "Willy" ist dann doch etwas zu mobil. Außerdem knautschen diese Binden etwas zusammen und werden deshalb partiell noch schmaler. Das wird mit den Flügeln der Monatsbinden zwar verhindert, aber es funktioniert in Herrenunterhosen nicht, da diese im Schritt breiter sind und die Flügel nicht richtig drumgreifen, zumal die Binde ja auch noch etwas weiter vorne im Slip eingeklebt werden muss und die schmalste Stelle des Slips weiter unten ist. Von daher macht die breite Tena men schon Sinn. Mit dem maskulineren Design gebe ich Dir/Tena aber trotzdem Recht.

Gruß, Xaver


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 Betreff des Beitrags: Re: Inkontinenzzahlen
BeitragVerfasst: Di Nov 29, 2011 13:49 
Hallo zusammen,
Xaver hat in seinem Beitrag vom 17.11. gefragt, ob es in diesem Forum Teilnehmer/innen gäbe, die bei Tröpfcheninkontinenz im Profil inkontinent angeben.
Nun ich für meinen Teil kann sagen, dass ich inkontinernt bin und das in meinem Profil auch geschrieben habe. Duch eine Vergrößerung der Prostata leide ich tagsüber an Dranginkontinenz, und wenn ich "muss", gehen eben mehr als nur ein paar Tropfen ab.
Ich bekomme Nachtwindeln verschrieben, ob wohl ich kein Bettnässer bin, aber die Nachtwindeln nehmen eben mehr Urin auf und sind daher auf Dauer, auch für die Krankenkasse, preiswerter, als mehrmals täglich billigere Windeln zu finanzieren.
Meine Super seni Plus (medium) begleiten mich also tagtäglich.

Gruß Felix


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